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7.8.2010

Inspektor Columbo, ein Mann ohne Vornamen

Abgelegt unter: Zeit-los — Paul Boegle @ 02:02


Das Mysterium eines Fernseh-Detektivs

Wenn ich Columbo schreibe, werden die meisten unter Ihnen, zumindest diejenigen im fortgeschrittenen Alter, keine Angst, auch ich zähle mich zu diesen Menschen, sofort an eine Zigarre, einen zerknautschten Trenchcoat und natürlich an einen zerbeulten Peugeot 403 denken. Ach ja, selbstverständlich darf der faule Hund mit dem phantasievollen Namen “Hund”, ein liebenswerter Basset, auch nicht fehlen. ”Eine Frage hätte ich noch”, wie oft haben wir Peter Falk diesen Satz sagen hören, während er dümmlich hilflos unbeholfen vor den zu überführenden MörderInnen stand, das Glasauge seltsam abwesend durchdringend sein Gegenüber fixierend.

Inspektor Columbo oder eben Lieutenant Columbo im amerikanischen Original, die unvermeidliche Zigarre in der rechten Hand haltend, den Kopf leicht schief auf den rechten Arm gestützt, der wiederum auf dem linken waagrechten Arm ruhend, stand er da, überlegte und griff sich, einer plötzlichen Eingebung folgend, an die leise, aber stetig arbeitende Denkerstirn.

Columbo war kein Held, erinnerte weder an den eisenharten und moralisch anrüchigen Philip Marlowe Humphrey Bogart und schon gar nicht an den zynischen schweigsamen Dirty Harry Clint Eastwood. Columbo war jener Antiheld, von allen belächelt, von jedem unterschätzt, eine Romanfigur ohne Ecken und Kanten, immer freundlich unverbindlich lächelnd, höflich distinguiert und seine Mrs. Columbo in den höchsten Tönen lobend.

Immer bat er die meist zu Beginn der Folge dem Zuschauer bekannten Bösewichte um ein Autogramm für seine Frau. “Was soll ich schreiben?” “Schreiben Sie für Mrs. Columbo!” oder so ähnlich war die Standardantwort des einäugigen Polizeibeamten der Mordkommission des Los Angeles Police Department. Nie gab er Unnötiges aus seinem privaten Umfeld preis, schützte sich und sein Privatleben vor allzu neugierigen Fragen, indem er galant gekonnt jene hinters Licht führte, welche ihn aufgrund ihrer anrüchigen Taten hinters Licht zu führen gedachten. “Columbo”. “Und Ihr Vorname?” “Inspektor”. Kurz und bündig hat er die Lacher auf seiner Seite, ohne zu kompromittieren, ohne brüsk zu wirken.

Doch wie hieß unser schüchterner Inspektor nun wirklich mit Vornamen? Philip, wie viele glauben? Hat er einen italienischen Vornamen, wie andere aufgrund seiner italienischen Vorfahren vermuten?

Inspektor Columbo: Und sein Vorname?Die Antwort habe ich nach langem Suchen auf Detektiv-Report gefunden, zumindest eine einigermaßen befriedigende Antwort. Aber jetzt, da ich seinen Vornamen kenne, wenn es denn der ihm von seinen Schöpfern zugedachte sein sollte, weiss ich gar nicht, ob ich ihn jemals wissen wollte. Doch nun ist es zu spät, das so streng gehütete Geheimnis ist gelüftet. Und mit diesem Vornamen geht wieder ein Stückchen Geschichte, auch wenn es sich dabei nur um eine Fiktion handelt, seinen Weg des Unwiederbringlichen. Noch können Sie umkehren und sich Inspektor Columbo so im Gedächtnis behalten, wie wir ihn alle gemeinsam auf dem Bildschirm kennen lernten, als Mann ohne Namen, als Mensch ohne Vornamen.

Aber da der Mensch ein neugieriges Wesen ist, warum sollten Sie diesbezüglich anders sein als ich es war, bin ich sicher, Sie werden jetzt weiterlesen, um Ihre Neugierde zu befriedigen. Also machen wir es wie es Columbo getan hätte: “Eine Frage hätte ich noch! Wollen Sie es wirklich wissen?” Ich spüre, Sie wollen. Nun gut, der Vorname von Inspektor Columbo ist…

Nein, einen Augenblick noch, verharren wir doch noch wenige Sekunden in stiller Eintracht und genießen das kleine Stückchen FreizeitDienstmarke von Inspektor Columbo vom Los Angeles Police Department. und freie Zeit, welches ich Ihnen unmerklich gestohlen habe. Warum ist uns, im Moment eigentlich nur mir, bekannt, dass Columbo mit Vornamen F. heißt. Hoppala, jetzt hätte ich mich fast verschrieben und Ihnen das Geheimnis allzu früh anvertraut. Nun, wenn ich dem Glauben schenken darf, was geschrieben steht, handelt es sich mehr um eine versehentliche Preisgabe denn um ein absichtliches Publikmachen. Scheinbar wollte ein übereifriger Mitarbeiter der Serie der Gestalt des Inspektor Columbo den letzten perfekten Schliff verpassen. Und deshalb wurde im Dienstausweis der Vorname eingetragen. Ein Mal, nur ein einziges Mal durften wir dabei einen Blick hinter die Kulissen werfen, gleichbedeutend mit einem Blick auf das letzte große Geheimnis der Filmgeschichte, auf den vollen Namen von LInsoektor Columbo. Nun aber wollen wir endgültig und unwiderruflich jenen sehnsüchtigen Blick auf den Dienstausweis richten. Deshalb frage ich Sie nun kein zweites Mal und hebe den Vorhang.

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