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30.8.2010

Mehr Mut für unser Wiener Blut

Abgelegt unter: Zeit-los — Paul Boegle @ 05:50


HC Strache: Mehr Mut für unser Wiener BlutH.C. Strache, ein blauäugiger Blutsauger?

Mit Fragezeichen, nicht mit Rufzeichen!!! Wohlgemerkt, mit Fragezeichen, liebe Rechtsanwälte. Ich möchte doch nicht wegen Rufschädigung, Rufmord oder was weiß ich, was bei den Blauen sonst noch gerufen wird, vor Gericht gezerrt werden. Obwohl, wenn die Blauen, nein, bleiben wir bei H.C. Strache und lassen seine Gefolgschaft aussen vor, wenn also Heinz-Christian Strache drei Bier bestellt, dann hat er keinen Grund, dies lauthals in die Welt zu schreien. Nein, H.C. macht dies mit dem Drei-Finger-System. Bitte verwechseln Sie den H.C. nicht mit dem dänischen H.C., H.C. Andersen, auch ein guter Geschichtenerzähler und Märchenonkel, nein, nicht auch, sondern nur, also eben nur nur, also kein Vergleich mit H.C. aus Österreich.

Sie haben verstanden, was ich meine? Nein, haben Sie natürlich nicht. Also noch einmal. Ach was, vergessen Sie´s. Machen wir es kurz und bündig. Wenn also H.C. Strache im Kreise seiner Freunde, lauter echte rechte Freunde wahrscheinlich, ich kann dies natürlich nicht wissen, deshalb schreibe ich wahrscheinlich, schließlich war ich noch nie dabei in jenem Kreis. Wenn also H.C. der Durst plagt, bestellt er Bier mithilfe seiner drei Finger, sozusagen aus einer bierseligen Laune heraus.

Da gibt es sogar Fotos. Ja wirklich. H.C. Strache bestellt drei Bier und das wortlos nach dem Drei-Finger-System eines Herrn Kühnen, im Kreise seiner Freunde. Guckst Du hier: Erstes Foto von FPÖ-Chef Strache mit Neo-Nazi-Gruß. Und warum darf er dazu nicht den Kühnen-Gruß verwenden? Verbietet ihm schließlich keiner, am wenigsten der Staat selbst. Im Verbotsgesetz ist er nicht explizit, im Gegensatz z.B. zum Hitlergruß, aufgeführt. Also darf H.C. Strache sein Bier bestellen, wie er will.

Apropos Kreis. Glücklicherweise herrschte damals in den verschiedenen Lokalitäten noch kein Rauchverbot. Da war der blaue Rauch noch gerne gesehen in Österreichs Gasthäusern. Man konnte förmlich, wenn dementsprechend viel geraucht wurde, vom sprichwörtlichen Dunstkreis sprechen, dem blauen Dunstkreis. Hatte ich im letzten Satz “man” geschrieben? Nun ja, frau ist mittlerweile auch gern gesehener Gast in den einstigen Burschenschaften. Die Hauptsache ist: Blau muss sie sein. Vorher blau, mittendrin blau und nachher sowieso blau. Je blauer, desto besser. Quasi Power to the Blauer! 

Österreicher hatte sicherlich einige grosse PolitikerInnen. Denken Sie nur an den unvergessenen Jörg Haider. Sie wissen schon, der blaue Jörgl, der irgendwann zum orangenen Jörgl mutierte. Oder jene unvergleichliche Barbara Rosenkranz, sozusagen das Pendant zur deutschen Eva Herman. Aber unserem H.C. Strache kann im Moment einfach keiner das Wasser reichen, allerhöchstens mit drei Fingern der rechten Hand. Der Herr ist so etwas von kreativ. Schauen Sie sich sein neuestes Plakat für den Wiener Wahlkampf 2010 an und Sie wissen alles.

Sie schütteln missbilligend den Kopf? Warum bitteschön? 2006 zur Nationalratswahl trat H.C. Strache und “seine” FPÖ unter anderem mit folgendem Plakat-Slogan an:FPÖ Wahlkampf 2006: Daham statt Islam. Daham statt Islam.

Na sehen Sie! Hatte H.C. und seine Wahlkampfstrategen damals noch mit der deutschen Sprache zu kämpfen, kommt jetzt alles in astreinem Deutsch rüber, wir sagen dazu übrigens: Er redet nach der Schrift. “Mehr Mut für unser Wiener Blut”, hört sich doch ganz passabel an. Vielleicht hätten die Verantwortlichen ein paar klitzekleine Details jedoch verbessern können, aber soll so sein. Ich für meinen Teil hätte etwa den Slogan auf die andere Seite gesetzt und das strahlende Lächeln, natürlich mit dem restlichen Gebissträger H.C. dazu, also dem Konterfei, weiter nach rechts gesetzt. Nein, eigentlich hätte ich das Bild ganz nach rechts gesetzt, sozusagen an den rechten Rand. Weiterhin hätte ich den darunterstehenden Satz “Zuviel Fremdes tut niemandem gut” auch nicht schwarz gehalten, sondern eher in einem leichten Braunton, möglicherweise sogar in einem kräftigen Braun. Lassen Sie mich erklären, warum!
Dieser Untertitel “Zuviel Fremdes tut niemandem gut” ist eine hervorragende Kreation, leicht verständlich und über alle Maßen erhaben. Aber eben schwarz. Das weckt in meinen braunen Augen, meine Augen sind doch tatsächlich braun, rehbraun und unschuldig blickend, im Gegensatz zu den strahlend blauen Augen von Herrn H.C. Strache, der Neid frisst mich bei solch blauen Augen, einen gewissen Argwohn. Bei solch einem genialen Slogan sehe ich doch tatsächlich schwarz. Und das wiederum weckt negative Stimmungen, lässt mich sogleich an die Schwarzen denken, also an die ÖVP, lässt mich förmlich Schwarzsehen, ob ich will oder nicht. Schwarz ist für solch einen hervorragend konzipierten Wahlkampfslogan völlig falsch gewählt. Wie gesagt, ich mit meinen rehbraunen unschuldig blickenden Augen hätte dieses “Zuviel Fremdes tut niemandem gut” tiefbraun gedruckt, passt doch gleich viel besser zur Augenfarbe der meisten Menschen. Immerhin haben laut Wikipedia 90 Prozent der Menschen braune Augen.
Und der Rest? Nun, die Augenfarbe des traurigen Rests der Menschheit, H.C. Strache gehört also diesbezüglich zu einer Minderheit der Gattung Homo sapiens, teilt sich auf in Blau, Grau und Grün. Aber das Beste kommt zum Schluss!
Der dänische Genforscher Hans Eiberg kommt zu dem Schluss, dass aufgrund einer Genmutation des Gens OCA2 sämtliche blauäugigen Menschen von einem einzigen Menschen abstammen müssen, welcher vor ca. 6000-10000 Jahren das (blaue) Augenlicht der Welt erblickt haben muss. Jeder Mensch mit blauen Augen lässt sich also auf ein und dieselbe blauäugige Urmutter bzw. ein und denselben Urahnen zurückführen. Siehe dazu z.B. Blauäugigkeit liegt in der Familie oder Trendfarbe der Evolution. Moment, es kommt noch besser!
Diese besondere Vererbung im Erbgut blauäugiger Menschen hat Eiberg nun aufgrund einer Studie entdeckt, in dem er eine dänische Großfamilie untersuchte, deren Familienmitglieder seit bereits drei Generationen nur mit blauen Augen zur Welt kamen. Alle Familienmitglieder, aber auch Hunderte anderer Dänen, hatten dabei exakt die gleiche Mutation. Und wer hatte außerdem dieses Gen?
Richtig! Blauäugige Menschen aus Jordanien und der Türkei. H.C. Strache trägt doch tatsächlich dieselbe Mutation in seinem Erbgut wie blauäugige Türken. Türkische Gene im Wiener Blut des H.C. Strache. Eiberg kommt deshalb zu dem Schluss, dass alle Menschen mit blauen Augen diese Genmutation vom selben Urahnen geerbt haben und dementsprechend auch aus ein und derselben Linie abstammen müssen. Und weiterhin vermuten Eiberg und seine Kollegen, dass der erste blauäugige Mensch aus dem Gebiet rund um das nordwestliche Schwarze Meer stammen müsse. Und dort befinden sich Länder wie das heutige Bulgarien, Rumänien, Moldawien oder die Ukraine.

Nun, sehr geehrter Herr H.C. Strache, eines muss ich Ihnen lassen. Eigentlich nicht schlecht für einen Zuwanderer aus Osteuropa, so blauäugig an der Spitze der FPÖ zu stehen.


Den kompletten englischsprachigen Forschungsbericht von Hans Eiberg und seiner Forschergruppe finden Sie unter Human Genetics: Blue eye color in humans may be caused by a perfectly associated founder mutation in a regulatory element located within the HERC2 gene inhibiting OCA2.  

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