Freie Zeit, freie Meinung, freie Gedanken

30.12.2010

John Malkovich erschiesst George Clooney

Abgelegt unter: Zeit-GenossInnen — Paul Boegle @ 16:52

Furchtbar: George Clooney stirbt im Kugelhagel

Die Öffentlichkeit ist fassungslos. George Clooney ist tot. Der Superstar starb in der letzten Nacht im Kugelhagel. Wie ein Sprecher der amerikanischen Bundesbehörden mitteilte, drang eine Kugel in das rechte Auge des Schauspielers und durchschlug dabei die rechte Augenbraue. Täter dürfte nach bisher unbestätigten Meldungen ein gewisser John Malkovich sein, der ebenfalls aus dem Schauspielfach kommt, der Öffentlichkeit aber bisher weitgehend unbekannt geblieben ist und Insidern nur durch B-Rollen als Casanova z.B. im Wiener Ronacher.  

George Clooney von Nespresso Kapsel von John Malkovich erschossen.Bildquelle: Around the Buzz 

Freie Zeit“, der Blog für Sturmschäden und Kapseleinrisse, war während des Amoklaufes von Malkovich zufällig vor Ort und stellt seinen LeserInnen aufgrund der Tragweite und Brisanz der Tragödie trotz möglicher Proteste erste Fotos vom Todeskampfes von Clooney bereit. Auf dem ersten Foto sehen Sie jenen unwiederbringlichen Moment, welcher den Eintritt des Geschosses zeigt und letztendlich für den Tod von Clooney verantwortlich ist. Nach Meinung von Experten handelt es sich dabei um ein überall erhältliches Projektil der Marke Nespresso Magnum .465, welches im ersten Irakkrieg schon für zahlreiche Herzbeschwerden sorgte.

Ballistiker warnen bereits seit Jahren vor den unberechenbaren Folgen und der Gefährlichkeit dieser Munition und halten die verwendete Präzisionsmunition für wesentlich gefährlicher als die heutzutage benutzten Sturmgewehre von Kindersoldaten oder die Streumunition von Kampfbombern.

Wie ein Sprecher mitteilte, “sei es unverantwortlich, dass dieses Geschoss sogar von Kindern gekauft werden könne. Man braucht nicht einmal einen Waffenschein für dieses hochexplosive Geschoss. Ich beobachte jeden Tag Hausfrauen, welche mit dieser Munition hantieren, als handle es sich dabei um stinknormalen Kaffee. Sogar Beamte haben in ihren Büros diese Waffengattung stehen. Frei zugänglich für die Öffentlichkeit. Man muss sich dies vorstellen. Da herrscht in den Schreibstuben von 8:12 Uhr bis 8:23 Uhr Publikumsverkehr und jeder hätte die Möglichkeit, unbeaufsichtigt mit dieser Massenvernichtungswaffe zu spielen. Es ist wirklich nur eine Frage der Zeit, bis einmal wirklich etwas Schlimmes passiert.

Die zweite Aufnahme entstand kurz vor der Bluttat und zeigt die beiden Männer während des heftigen Disputs. Scheinbar völlig außer sich stellt Malkovich den Superstar zur Rede und fordert ihn auf, in der neuen Staffel von “Emergency RoomJohn Malkovich und George Clooney: Blutbad wegen Hauptrolle in Emergency Room. die Hauptrolle an den unbekannten Schauspieler abzutreten, weil Clooney “keine Ahnung davon hat, wie man in qualitativ hochwertigen Serien spielen muss.” Als Clooney dies jedoch ablehnt, dürfte es zu der Kurzschlusshandlung gekommen sein.

Bildquelle: WuV

Ob die endgültige Todesursache nun die augenscheinliche Augenbrauenverletzung war oder möglicherweise auch eine hochgradige Koffein-Vergiftung mit einem allergischen Schock, werden jetzt die Gerichtsmediziner feststellen müssen. “Doch selbst die Autopsie wird nicht alle Rätsel lösen können“, spricht unter vorgehaltener Kaffeetasse E. Duscho, der Leiter der Gerichtsmedizin, das aus, was sich viele denken.

Es bleibt zu hoffen, dass die Tat nun keine Nachahmungstäter auf den Plan ruft. Denn unbestätigten Meldungen zufolge dürften noch Milliarden dieser hochexplosiven Kapseln im Umlauf sein.    

28.12.2010

Sensation: Farbloses Chamäleon entdeckt

Abgelegt unter: Zeit-Geschichten — Paul Boegle @ 22:07

Einzigartige Spezies von Zoologen entdeckt

Was wahrscheinlich selbst Charles Darwin für unmöglich gehalten hätte, haben nun WissenschaftlerInnen vom Zoounlogischen Institut für Arteneinfalt und Faunagänger der Universität für Bodensubkultur Wien widerlegt. Trotz des ungeheuren Artensterbens auf dem Planeten Erde ist es den ForscherInnen tatsächlich gelungen, eine bis dato unbekannte neue Art zu identifizieren. “Chamaeleonidae sine pigmentum“, wie das kleine Reptil aufgrund seiner charakteristischen Farblosigkeit bezeichnet wird, dürfte sich erst im Laufe der letzten Jahre entwickelt haben.

Warum die Forscher die einzigartige Untergruppe erst jetzt entdeckt haben, wird vom aus Bremen stammenden Reptilienspezialisten Dr. T. Rex folgendermaßen begründet: “Da sich “Chamaeleonidae sine pigmentum” zur Nahrungsaufnahme hauptsächlich in leeren Milchflaschen aufhält und sein bevorzugter Lebensraum ansonsten auf frisch geputzten Fensterglasscheiben ist, haben wir die Entdeckung einem unglaublichen Zufall zu verdanken. Als unsere Putzfrau letzte Woche wieder einmal die Scheiben gereinigt hat, hat sie zufällig eine weibliches und männliches Exemplar beim Fortpflanzungsakt gestört, indem sie die beiden mit irgend so ein bläulichen Fensterputzmittel eingesprüht hat. Naja, und dann haben wir eben die Sache in die Hand genommen. Es ist wie Ostern und Weihnachten zusammen. Ich könnte heulen vor Glück.”

Milchflaschen sind der bevorzugte Lebensraum von Chamaeleonidae sine pigmentum.Bildquelle: Propack 

Freie Zeit” der undurchsichtige Blog für durchsichtige Scheingefechte und nebulöse Zeitfenster-Scheiben bekam zum wiederholten Male als erstes Medium exklusive Bilder von jenen Dingen und Sensationen, wie sie diese Welt noch nie gesehen hat. Das rechte Bild zeigt Fiona undChamaeleonidae sine pigmentum Fiona und Karl-Heinz bei der Kopulation auf einer Glasscheibe. Karl-Heinz, wie die beiden possierlichen Wesen von der Forschungsgruppe genannt werden, bei der Kopulation auf einer 64 Grad Celsius warmen Fensterscheibe. Kopulation bedeutet dabei Geschlechtsakt, um weitere kleine “Chamaeleonidae sine pigmentum” zu zeugen. Auf dem linken Bild können Sie Fiona gut bei der täglichen Nahrungsaufnahme erkennen, während sich ihr Partner demütig im Hintergrund hält, um das dominierende Weibchen beim Fressen nicht zu stören.

Die Welt ist nun wieder um zwei zauberhafte Wesen reicher. Die Evolution ist einfach etwas Wunderbares.        

27.12.2010

Tierquälerei in Bremen

Abgelegt unter: Zeit-Geschichten — Paul Boegle @ 14:28

Massentierhaltung: Tiere übereinander gestapelt

Wie “Freie Zeit“, der Blog für Hochstapelei und Tieffliegerei, nun aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, dürfte in der deutschen Hansestadt Bremen ein neuer Fall von Tierquälerei seine Kreise ziehen. “Es ist jedes Jahr dasselbe. In den Sommerferien und zur Weihnachtszeit wissen die Leute nicht, wohin mit den Tieren, wenn sie in den Urlaub fahren.” stöhnt der Leiter des Tierschutzhauses Bremen und zeigt auf die übervollen Käfige, in denen sich ausgesetzte Tiere förmlich stapeln. “Kaum beginnt die Urlaubszeit, wissen viele nicht, wohin mit den Haustieren. Alle fahren nach Rimini oder Jesolo und zurück bleiben zahllose Tiere. Aber so etwas habe selbst ich noch nicht gesehen. Das grenzt schon an Massentierhaltung.”

Grund für den Skandal dürfte in diesem Fall ein bisher noch unbekannter Landwirt sein, welcher wahrscheinlich gerade mit seinem Traktor auf der Autobahn Richtung Bremer Bauer flüchtet Richtung Italien. Radarfalle stoppt ihn.Brenner unterwegs ist. Ein Foto einer Radarfalle, der Halter des Traktors konnte allerdings noch nicht ausgeforscht werden, gibtTraktor Pulling: Power to the Bauer. Anlass zu der Vermutung, dass es sich bei dem darauf abgebildeten Bauern um den Täter handeln dürfte. Erst als die italienische Polizei die gesamte Autobahn sperrte, konnte der Tierquäler, für ihn gilt die Unschuldsvermutung, gestoppt werden.

Bildquelle: Bocholter Report

Freie Zeit“, der Blog für herrenlose Abhörprotokolle und damenlose Spionagesatelliten, bekam wieder einmal als erstes elektronisches Medium Einsicht in den Polizeibericht und veröffentlicht aufgrund der Dringlichkeit der Causa ein kurzes Fragment aus dem Polizeiprotokoll.

Beamter A: “Name?”

Bauer XY ungelöst: “Habe ich, jawoll!”

Beamter B: “Und der lautet?”

Bauer XY ungelöst: “Sehr laut sogar. Steht aber auch so im Führerschein!”

Beamter A: “Und wo ist Ihr Führerschein?”

Bauer XY ungelöst: “Den haben eh Sie.”

Beamter B: “Das heißt, Sie fahren ohne gültige Fahrerlaubnis mit dem Traktor?”

Bauer XY ungelöst: “Was soll heißen, ohne gültige Fahrerlaubnis. Die habt eh Ihr. Also ist die gültig. Sogar endgültig. Endgültig weg.”

Beamter A: “Gut, lassen wir das. Haben Sie getrunken?”

Bauer XY ungelöst: “Selbstverständlich. Und nicht zu wenig. Oder glaubt Ihr, so ein Gefährt lässt sich nüchtern fahren?”

Beamter A: “Duzen Sie uns nicht. Sie haben keinen Führerschein. Sie sind betrunken. Haben Sie zufällig auch Tiere, welche Sie vermissen?”

Bauer XY ungelöst: “Ihr duzt Euch ja auch. Also gleiches Recht für alle. Also, vermissen nicht direkt. Weil ich weiß ja, wo die sind. Also habe ich nur keinen Führerschein, aber dafür ein paar Promille als Ausgleich. Darf ich jetzt weiterfahren? Ich hab noch einen Termin.”

Beamter A: “Sie kommen jetzt erst einmal mit. Der Termin muss leider warten.”

Bauer XY ungelöst: “Der Termin kann aber nicht warten.”

Beamter B: “Sind das Ihre Tiere?” Er zeigt ihm ein Foto der sichergestellten Tiere in Bremen.

Bremer Stadtmusikanten: Touristische Tierquälerei.Das Gesicht des Bauern hellt sich plötzlich auf. Freudentränen rinnen über sein rotes Gesicht, während er sich im Sitz aufrichtet und mühsam ein altes rot-weiss kariertes Taschentuch aus der Hosentasche zieht. Ein Schwall abgestandener Luft vermischt sich mit den Ausdünstungen, welche aus der Fahrerkabine dringen. Laut hörbar schneuzt er sich. Der zerknitterte Stoff des Taschentuchs mit den Verkrustungen vergangener Tage reibt sich dabei an den Bartstoppeln. Immer wieder schaut er unter Tränen auf das Foto, welches in der Hand des Beamten leicht zittert und vor den Augen des Bauern tanzt. Dann stemmt er sich mit beiden Beinen gegen den Boden des Traktors, richtet sich im Sitzen auf und steckt bedächtig das Taschentuch wieder ein. Wieder wirft er einen Blick auf das Foto, schüttelt ungläubig den Kopf, startet entschlossen den Motor und braust mit einem Höllentempo Richtung Jesolo davon.

Die beiden Beamten springen im letzten Augenblick auf die Seite. Der Satz “Dieses undankbare Pack. Und mir haben sie immer erzählt, sie könnten vor lauter Hunger gar nicht gerade stehen.” geht im lauten Knattern der Zylinder unter.

Vom Bauern fehlt bis heute jede Spur. Wahrscheinlich kann er voll lauter Sonnenschirmen und Strandliegen nicht gerade stehen Massentourismus in Jesolo: So schön kann Strandurlaub sein!und liegt mitten drin. Am schönen Strand von Massentourismus und mitten drin im warmen Sand von Massentourismus-Menschenhaltung. Und wenn er nicht gestorben ist, ja dann wird er wohl dort liegen bleiben.

Und falls er gestorben ist, liegt er sowieso,

am schönen Strand von Jesolo.       

      

24.12.2010

Freie Zeit wünscht Rohe Breischlachten

Abgelegt unter: Zeit-los — Paul Boegle @ 04:34

Der 24. Dezember 2010 ist da

Freie Zeit“, der Blog für brutalen Konsumterror und Homeshopping auf den letzten Drücker, hat sich vorgenommen, all seine LeserInnen zum heutigen Tage des JahresHüte Dich vor Männern im roten Gewand! 2010 weder zu beleidigen noch zu verunglimpfen. Ich möchte deshalb die Gelegenheit wahrnehmen. Ja, ich will also die Chance nutzen. Wie bereits gesagt, ich habe mir vorgenommen. Um ganz ehrlich zu sein, mir fällt eigentlich nichts ein zum heutigen Tage. Wenn ich Sie oder Dritte weder beleidigen noch verunglimpfen darf, was mache ich dann eigentlich mit dem vielen leeren, ungenutzten Platz auf dieser Seite? Ich habe keine Ahnung. Ich bin vollkommen überfordert. Bitte nicht böse sein, aber wenn ich zu Weihnachten friedlich sein soll, dann werde ich, innerlich gesehen, unrund und unfriedlich.

Schauen Sie, es ist doch so. Kein Mensch weiss, was die ursprüngliche Intention von Weihnachten überhaupt noch ist. Oder Können Sie mir sagen, was Weihnachten damals, so vor ca. 216 000 Jahren, für die Menschheit denn für eine Bedeutung hatte? Können Sie nicht? Na sehen Sie. Aber um Sie nicht unwissend ins offene blutige Messer vom Weihnachtsmann rennen zu lassen, haben Sie ja mich, den kompetenten Mann für den 24. Dezember vor und nach Christus. Und weil ich selbst weiss, wie schwierig es ist, heutzutage noch gutes Weihnachtspersonal zu bekommen, welches in der Lage ist, all die Kinderlein glücklich zu machen, welche sich seit Jahr und Tag auf Geschenke, Geschenke, Geschenke, Geschenke und Geschenke freuen, welche ihnen das Christkind am Heiligen Abend unter Weihnachten: Fest der gefallenen Engel des Konsums.den Tannen-, Fichten- oder sonstigen Nadel-, Laub- oder Obstbaum legt, habe ich beschlossen, Ihnen mitzuteilen, dass Weihnachten im Jahr 2010 definitv ausfällt. Sagen Sie das aber bitte auch den herzallerliebsten Kleinen, nicht dass die vor lauter Vorfreude um Mitternacht immer noch unter den Tannen-, Fichten- oder sonstigen Nadel-, Laub- oder Obstbaum starren, wo sie in Erwartung von Geschenken, Geschenken, Geschenken, Geschenken und Geschenken verharren.

Bildquelle: Badische Zeitung 

Aber bitte: Bringen Sie den Totalausfall des Weihnachtsfestes dem Nachwuchs schonend bei. Sagen Sie doch ganz einfach, dass sich dieser dicke Mann mit dem roten Kostüm selbst stranguliert hat, als er gerade die Geschenke, Geschenke, Geschenke, Geschenke und Geschenke für die braven Weihnachten fällt aus: Der Weihnachtsmann hat sich erhängt.Kinder unter den Tannen-, Fichten- oder sonstigen Nadel-, Laub- oder Obstbaum legen wollte. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass Sie das Christkind für tot erklären, weil es z.B. an Engelshaar erstickt ist, welches es justament an den Geschenken, Geschenken, Geschenken, Geschenken und Geschenken anbringen wollte, die es unter den Tannen-, Fichten- oder sonstigen Nadel-, Laub- oder Obstbaum legen wollte. 

Bildquelle: Weihnachtsgedöns

Oder Sie schauen in die weinerlichen Augen der wartenden Minderjährigen und bitten sie, jetzt ganz tapfer zu sein, weil sich das Christkind, alsDas Christkind ist am Engelshaar erstickt. es beim Versuch, die Autobahn zu überqueren, um die ganzen Geschenke, Geschenke, Geschenke, Geschenke und Geschenke unter Tannen-, Fichten- oder sonstigen Nadel-, Laub- oder Obstbaum zu legen, vom 38 Tonner des Weihnachtsmannes überrollt wurde, welcher gerade auf dem Weg von anderen kleinen Kindern war, um dort die wertvollen Geschenke, Geschenke, Geschenke, Geschenke und Geschenke unter Tannen-, Fichten- oder sonstigen Nadel-, Laub- oder Obstbaum zu legen. Und weil nun keine Geschenke, Geschenke, Geschenke, Geschenke und Geschenke mehr übrig sind, welche der dicke rote Mann mit dem komischen Kostüm unter Tannen-, Fichten- oder sonstigen Nadel-, Laub- oder Obstbaum legen könnte, fällt eben Weihnachten aus. Punkt. Oder so ähnlich. (Bildquelle: Berliner Morgenpost)

Brennender Weihnachtsbaum: Konsum HölleUnd wenn Sie jetzt nicht wissen, was Sie mit den vielen Geschenken, Geschenken, Geschenken, Geschenken und Geschenken anfangen sollen, welche Sie ursprünglich unter Tannen-, Fichten- oder sonstigen Nadel-, Laub- oder Obstbaum legen wollten, dann immer her damit. Weihnachten ist schließlich das Fest der Liebe und nicht der Geschenke, Geschenke, Geschenke, Geschenke und Geschenke. Da ich allerdings einen schönen großen Tannen-, Fichten- oder sonstigen Nadel-, Laub- oder Obstbaum aufgestellt habe, verzichte ich dankend auf Fest und Liebe und nehme lieber die ganzen Geschenke, Geschenke, Geschenke, Geschenke und Geschenke. Auch wenn Sie mich jetzt mitsamt meinem Tannen-, Fichten- oder sonstigen Nadel-, Laub- oder Obstbaum zur Hölle wünschen. Kein Problem. Hauptsache, Sie vergessen die Geschenke, Geschenke, Geschenke, Geschenke und Geschenke nicht. Schließlich ist ja Weihnachten.

Bildquelle: Weihnachtsbaumbrand – Was ist zu tun?

     

23.12.2010

Christiania: Freistadt im Abseits

Abgelegt unter: Zeit-Geschichten — Paul Boegle @ 03:25

Ein besetztes Militärgelände kommt in die Jahre

Kopenhagen: Die kleine Meerjungfrau, Wahrzeichen der Stadt.Wer an Kopenhagen denkt, assoziiert dies wahrscheinlich als erstes mit der kleinen Meerjungfrau, jener steingewordenenen Reminiszenz an den dänischen Märchenerzähler und Schriftsteller Hans Christian Andersen. Wer Kopenhagen sagt, denkt an die Schlösser Rosenborg, Amalienborg, Charlottenborg und Christiansborg innerhalb des Stadtkerns der dänischen Hauptstadt.Kopenhagen: Der Vergnügungspark Tivoli. Kopenhagen steht für schlichtes dänisches funktionelles Design, den ältesten Vergnügungspark mit Namen Tivoli und für die alte Börse, deren vier ineinander verschlungene Drachenschwänze aus Bronze auf der Spitze des Turms möglicherweise das damalige schändliche Treiben darunter und darin anklagten. Wer will dies schon so genau wissen?

Doch Kopenhagen bietet auch fernab der touristischen Pfade Seltsames und Ereignisreiches, wenngleich die mittlerweile berühmt-berüchtigten sogenannten “Slumstormers” auch schon in die Jahre gekommen sind. Slumstormers, Hausbesetzer oder im eigenen Sprachgebrauch Christianitter nennen sich jene meist jungen Menschen einer Periode unserer Zeigeschichte, als der Vietnamkrieg gerade seinen Höhepunkt erreichte, freie Liebe mehr als nur ein Wort war und Blumen der friedliche Protest einer ganzen Generation war. So mache ich mich also auf den Weg in den Kopenhagener Stadtteil Christianshavn, um auf jenen Spuren der Slumstormers zu wandeln und möglicherweise noch jene vergangenen Relikte oder sogar gegenwärtigen Überbleibsel einer Protestbewegung aufzufinden, welche nicht immer mit friedlichen Mitteln ihre Interessen vertrat.    

Schrill und bunt: Christiania auf den ersten Blick 

Freistadt Christiania: Ein Holzzaun als Abgrenzung.Über und über mit Graffiti besprüht stellt sich der lange Holzzaun den Neugierigen in den Weg, welcher die Hauptstadt Kopenhagens vom 34 Hektar großen Areal der Freistadt Christiania trennt. 1971 wurde das ehemalige Militärgelände aus Mangel an verfügbarem Wohnraum im Kopenhagener Stadtteil Christanshavn besetzt, um fortan als sogenanntes “soziales Experiment” den Aussteigern zu dienen. Der Name “soziales Experiment” wurde allerdings erst dann Programm, als die Verantwortlichen keine andere Möglichkeit mehr sahen, die Hausbesetzer mit friedlichen Mitteln aus den okkupierten Gebäuden zu vertrieben. Ein Paradoxon: Aus einem ehemaligen militärischen Bereich entstand die Heimstätte einer Friedensbewegung.

Wer durch die Löcher der morschen Bretter späht, entdeckt dichtes Gestrüpp und wild wucherndes Strauchwerk, welches seine vielgliedrigen Hände schützend vor Entdeckung und Entdeckt werden hält. Auch hier herrscht die Angst vor fremden Blicken, welche sich ungefragt und unaufgefordert klammheimlich in die Privatsphäre jener drängen könnten, welche eigentlich jeden Gleichgesinnten willkommen heißen. Die Natur als Blickfänger im Roggen, natürlich gewachsene Barriere zwischen unvereinbaren Ideologien, nur durch wenige Zentimeter in die Jahre gekommenen morschen Holzes voneinander getrennt. Selbstverwaltung, Autonomie, eigene Gesetzgebung waren jene Motive und Zielsetzungen, welche Christiania lange Zeit zu einem Vorzeigeprojekt innerhalb der Rechtsstaatlichkeit des dänischen Staates machten und deren Ideale sich trotz der Freizügigkeit hinter einer selbst gezogenen Grenze vor jenen verstecken, welche sich jenseits der Demarkationslinie befinden.

Wer den Schritt weiter wagt und sich unter dem hölzernen Tor hindurch auf das Hoheitsgebiet von Fristad Christiania begibt, hinaus aus der EU, wie auf der anderen SeiteFreistadt Christiania: Eingang in eine andere Welt. des hölzernen Tores geschrieben steht, wird möglicherweise nicht mehr lange auf dem Boden dieses autonom verwalteten und nur von wenigen Regeln beschränkten Gebietes wandeln können. Straßenschlachten im Jahr 2007 und 2008 (zur Entwicklung des Projektes Christiania und dem Status Quo im Jahr 2010 siehe das Video am Ende des zweiten Teils mit dem Titel “Freistadt Christiania: Drogen und Sumpf”, welcher in Kürze veröffentlicht wird) und das per 2009 eingeräumte gerichtliche Urteil, das Viertel räumen zu lassen, beenden vielleicht eine fast 40jährige Geschichte. Doch wie sieht es hinter diesen Kulissen von heiler Welt, idyllischer Selbststaatlichkeit, geregelter Unreglementiertheit und Hippie-Dasein aus?

Der schmale Weg in die Stadt, welche von geschätzten 1000 Menschen noch bewohnt wird, wird links von Sträuchern und Bäumen begrenzt und rechts leitet einen der bunte Holzzaun auf einem ungeteerten Weg in die Siedlung. Bunte Farben aus Spraydosen haben Bilder an die Hausfassaden gemalt, die Namen jener HausbewohnerInnen hinterlassen, welche zuerst hier einzogen und in vielen Fällen bereits von der zweiten oder sogar dritten Generation ergänzt oder abgelöst wurden. Ein Geist mit umgehängter Wolldecke blickt lachelnd von der Veranda eines Hauses den Entgegenkommenden entgegen. Abschreckung auf christianitisch.        

Christiania: Das tote Gespenst der Selbstverwaltung und Autonomie geistert durch die Häuser.Vor dem großen Tor zur Grå Hal, der grauen Halle am Anfang der Fristadt Christiania, drängen sich die Menschen. Hauptsächlich Touristen können sich der Neugierde nicht verschließen, einen Blick in den von alten 68ern, Hippies oder sonstigen der Communitiy zugehörigen Einwohnern geführten Anti-Weihnachtsmarkt zu werfen. Zumindest komme ich mit dieser Erwartungshaltung hierher. Eine ältere Frau schüttelt am Eingang unentwegt eine Blechdose, sitzt einfach lächelnd da und scheppert sich mit monotonen Auf- und Abwärtsbewegungen durch die Menschen, welche in das düstere Innere der grossen Halle drängen und meist achtlos an den bittenden metallischen Tönen vorbeischlendern. Ich werfe eine Fünfkronenmünze und ein paar kleinere Münzen in den blechernen Mund, werde mit einem kurzen “Tak”, jenem dänischen “Danke” belohnt, bevor die Dame schon wieder neuen Besuchern das Wehklagen aneinanderschlagender Münzen entgegenhält.

Drei alte Kronleuchter hängen von der Decke, deren Konstruktion aus schweren Holzbalken im schummrigen Licht der dreckigen Glühbirnen das darunterliegenden dichte Gedränge nur unwirklich beleuchtet. Eine Frau sitzt hinter ihren Lampenschirmen, während sich vor ihrem Stand der Besucherstrom an den davor Stehenden teilt und in zwei kleineren Strömen links und rechts zäh weiterfließt. Das Handy am Ohr, bewegen sich ihre Lippen und reden über den Lärm hinweg in den kleinen Apparat, welcher sie mit mir Unbekannt verbindet. Fahrradhelme mit Totenkopfschädeln hängen neben Jimi Hendrix Fahnen, selbstgestrickte Wolljacken sind neben Töpferwaren aufgereiht. Auf dreieckigen Lampenschirmen heben sich Comicfiguren gegen das Licht der Glühbirnen ab, ein schwarz.weiss geflecktes Kuhfellmuster wird von zwei schwarzen Plüschstreifen eingegrenzt.

Freistadt Christiania: Der Weihnachtsmarkt als touristische Attraktion.Bunte Sterne hängen über den Köpfen der Besucher und wollen gekauft werden. Daneben hängen grüne Plastikgirlanden im Tannenlook mit darin eingearbeiteten Lichterketten, wie es sie in jedem Baumarkt jetzt in der Weihnachtszeit zu kaufen gibt. “Made in China” und “Made in Christiania“ in trauter friedlicher Eintracht in der dänischen Enklave. “Nicht nur zur Weihnachtszeit” wäre man versucht zu sagen in Anlehnung an Heinrich Böll. Mitten in einem der schmalen Gänge steht ein junger Mann. Eine dunkelblaue Uniform und schwarze Handschuhe. “Security” steht unübersehbar auf seiner Jacke. Besucher oder bezahlter Dienstnehmer? “Der Feind in meinem Bett denke ich ungeniert, während ich mich weiter schieben lasse und geschoben werde, vorbei am großgewachsenen Dänen, welcher meine Sicherheit gewährleistet oder auch nicht. Ich weiß es nicht, doch die Fassade der heilen Welt Christiania bröckelt langsam vor sich hin. Hinten im Eck ein kleines provisorisches Cafe. EinFreistadt Christiania: Kitsch, Kommerz und Kaffee aus Plastikbechern. Kaffee und ein Stück Kuchen. Im Plastikbecher und auf einem Plastikteller bekomme ich, was ich geordert habe. Der Kaffee ist heiß, der Kuchen gut. Zurück bleibt der Plastikmüll. Die Risse in den imaginären Mauern werden tiefer.

Ein in rotes künstliches Licht getauchter Stand vor dem Cafe. An dünnen Schnüren hängen kleine zarte gläserne Christbaumkugeln neben kleinen zarten gläsernen Engeln. Japanische Fächer breiten sich neben japanischen Hinterglasmalereien mit Motiven japanischer Geishas aus. Drachenornamente halten Zwiesprache mit klassischen Weihnachtsmännern im klassisch kitschigen roten Weihnachtsmannkostüm. Die Farben Christianias blättern unerbittlich im kalten Advent ab. Ich hebe den Blick zur Decke. Die Kronleuchter blicken gelassen aus gläsernen Augen von oben herab und zählen die Scheine und Münzen in den Händen der Besucher und Besuchten. Ich brauche eine Zigarette. Rauchverbot! Also raus hier.      

An buntbemalten Hausfassaden geht es Richtung Zentrum der Stadt in der Stadt. Auf einem Balkon hängt einsam eine Weihnachtsbeleuchtung, schaukelt leise im kalten schneidenden Wind. Um das rostige Geländer geschlungen blinken blaue kleine Glühbirnen über den Köpfen der Touristen. Ihr Licht verpufft fast wirkungslos im fahlen Tageslicht, welches sich zwischen die alten Fabrikhallen aus Ziegelsteinen drängt. Christiania in Kopenhagen: Die Geister, die ich rief.Alte Fahrräder lehnen am Mauerwerk, die Lenker und Sättel unter frischen Schneehauben versteckt. Auf dem fensterlosen Aus einem alten Ölfass steigt rußiger schwarzer Rauch. Immer wieder schlagen die hellen Flammen aus dem schwarzen verkohlten Loch und bleiben für einen kurzen Moment an den Rändern stehen, bevor sie wieder suchend ihre heißen Köpfe in die Höhle stecken. Dann tauchen sie erneut an der Oberfläche auf und fletschen ihre gelben Zähne, zeigen mit den orangefarbenen Zungen auf mich und verschwinden wieder in der Tiefe des Industriemülls. 

Eine Frau im weissen Pelzmantel hält ihre Kompaktkamera mit ausgestrecktem Arm von sich. Ein schwarzer Baum blickt aus vielen Augen auf die Fremden. “Die Geister, die ich rief” blicken höhnisch von dem ihnen zugewiesenen Platz auf uns. Das Wurzelwerk aus schwarzem Lack fischt nach den beiden Fahrrädern, welche beinahe bis zur Unkenntlichkeit im Schnee versunken dastehen und still und klaglos auf ihren Herrn und Meister warten. Ihre Freundin steht daneben und schaut gebannt auf die zwei Fenster im ersten Stock. Hinter den spiegelnden Scheiben blickt die Lautlosigkeit in die offenen staunenden Münder der beiden Frauen, bricht sich an den bibbernden Lippen, welche das stumme Echo zurückwerfen. Ein Foto für jene dort draussen, später zusammen mit den anderen Urlaubsfotos von Kopenhagen. “Ich war hier. Bei den Autonomen. Du weisst schon, diese Krawallmacher von Christina oder wie das heißt. Du kannst Dir ja nicht vorstellen, wie es dort ausschaut. Alles dreckig und überall liegt Müll. Und alles stinkt. Furchtbar. Und das hier auf dem Foto ist die neue Oper. Du weisst schon, die hat diese Reederfamilie dort hingestellt. Schaut toll aus, nicht wahr?”

Der Schnee knirscht unter den Stiefeln, als ich die weitergehe. Am Ende der Strasse taucht rechts eine niedrige Bretterbude auf. “Woodstock” steht auf einer handbemalten Holztafel mit ungelenker Schrift rechts vom Eingang. Welcher Name würde besser zu dieser Kneipe passen, vor der drei in die Jahre gekommene Männer laut lärmend auf von Schnee bedeckten Holzbänken sitzen. Einer klopft gerade eine Holzpfeife auf dem ebenfalls hölzernen Tisch aus, bevor er sie in seiner zerrissenen Jacke verschwinden lässt. Sein Oberkörper unter dem dünnen Anorak wiegt sich in der blassen Kälte des Dezembers, während er aus glasigen Augen die Sekunden der Zukunft herbeisehnt.

Der zweite Teil unter dem bereits oben angeführten Titel “Freistadt Christiania: Drogen und Sumpf” folgt in Kürze.

Alle Bilder Paul Bögle.

22.12.2010

USA: Der Tod in Zeiten der Krise

Abgelegt unter: Zeit-los — Paul Boegle @ 20:03

Hinrichtungen in den USA sind rückläufig

Es ist eine Katastrophe. Eine schöne Bescherung, was uns oder besser geschrieben im Jahr 2010 alles widerfährt. Und das so kurz vor Weihnachten auch noch publik zu machen, grenzt eigentlich schon an Sadismus. Das Fest der Liebe und das Geld für die Giftspritzen fehlt an allen Kanülen und Einstichlöchern. Geradezu erschütternd, was sich in Zeiten von Wirtschaftskrisen und Kapitalmangel abspielt. Jetzt macht der Tod nicht einmal mehr in den Vereinigten Staaten halt. 

USA: Hinrichtungszelle in Florida.Bildquelle: Amnesty International 

Es ist einfach grausam, wenn wir lesen müssen: “Die Zahl der Hinrichtungen in den USA sinkt.” Und das alles nur wegen ein paar Dollar zuwenig. Schon wieder sechs Exekutionen weniger als im Jahr 2009. Es ist unglaublich. wie sich die Amerikaner ihren eigenen Schnitt zusammenhauen. 46 Menschen ist die magere Ausbeute eines gesamten Jahres. Jetzt rechnen Sie das einmal um. Das macht nicht einmal vier Menschen pro Monat. Ich sage Ihnen was. Ein neuer Krieg muss her. Wenn Amerika nicht fähig ist, die Menschen im eigenen Land zu meucheln, sollte wenigstens Sorge dafür getragen werden, dass man Sterbehilfe im Ausland leistet. Sozusagen staatlich gelenkter externer Exorzismus. Wenn das Budget hinten und vorne für die Giftspritzen nicht mehr reicht, muss eben outgesourct werden.

Selbst in Texas, der Hochburg der Hinrichtungen, ist die Tendenz rückläufig. Mit Stagnation könnte ich noch einigermaßenFoto dpa: Exekution durch Giftspritze. leben. Aber wenn nicht einmal mehr die Zielvorgaben der Vorjahre erreicht werden, ist etwas faul im Staate Dänemark. Oder in diesem speziellen Fall eben in den Vereinigten Staaten von Amerika. Da ist es doch immer wieder schön zu lesen, wenn sich andere Staaten wenigstens um Schadensbegrenzung bemühen.

Bildquelle: Welt Online 

Da tut es richtig gut, wenn sich China bereitwillig erklärt, in die Fußstapfen des einstigen Erzfeindes zu treten und das Motto “Andere Länder, andere Sitten” in “Andere Länder, gleiche Sitten” abzuändern. ”China will zur Vollstreckung der Todesstrafe Giftspritze einsetzen.” Das nenne ich doch Fortschrittlichkeit. Haushaltsdefizite hin, Staatsbankrott her.

Aber gestorben wird immer. Sei es im Kommunismus oder im Kapitalismus. 

   

19.12.2010

Bankenkrise sorgt für Unsicherheit

Abgelegt unter: Zeit ist Geld — Paul Boegle @ 10:40

Spürbare Auswirkungen der Wirtschaftskrise

Wie der Chef der Europäischen Zentralbank nun “Freie Zeit“, dem Blog für Kapitalverbrechen und kapitale Verbrechen, hinter vorgehaltener und vor aufgehaltener HandFrischluft in Bankenkreisen und für müde Banker. flüsterte, hat die Wirtschaftskrise ein erstes Bankenopfer gefordert. Fassungslos zeigte sich der oberste europäische Banker von der Situation um den bisher geheim gehaltenen Bankenkollaps. Ich musste ihm in die Hand hinein versprechen, die Misere mit keinem Wort zu publizieren, was mir jedoch aufgrund der vollen Hand unmöglich war. Während der Finanzexperte immer wieder mit Frischluft versorgt werden musste, welche ich ihm diensteifrig zufächelte, rang er sich mühsam seine Worte von den blutleeren Lippen ab.

Bildquelle: Handelsblatt

Katastrophe!” “Überhaupt kein Eigenkapital mehr!” “Ein Wahnsinn!” “Desaster ohne Zaster!” Die Worte sprudelten völlig ohne Sinn und Zusammenhang aus dem Mund des Zentralbank-Chefs. Plötzlich strafften sich die entgleisten Gesichtszüge, der Oberkörper gewann unter dem tadellos geschnittenen Maßanzug wieder an Spannkraft und seine Augen bohrten sich in die Der Finanzexperte Paul Bögle bei seinen Sanierungsversuchen zur ersten angeschlagenen europäischen Bank.meinigen. “Ich brauche Ihre Hilfe, Herr Bögle. Sie sind der einzige, der uns jetzt noch retten kann. Jetzt sind Ihre Fähigkeiten gefragt. Retten Sie, was noch zu retten ist. Sofort!”

Mein Blick hielt dem des Finanz-Gurus stand, während ich mich langsam erhob und ihm meine Hand reichte. “Ich werde tun, was ein Mann tun muss“, sagte ich mit fester Stimme und leitete die ersten Notfall-Maßnahmen zur Rettung der Bank ein. Danach leitete ich meine eigenen Notfall-Maßnahmen ein. Die Bank war leider nicht mehr zu retten, muss ich Ihnen zerknirscht gestehen. Aber einen Versuch war esBank im Konkurs. auf jeden Fall wert. Ab jetzt bleibe ich übrigens wieder beim Schreiben. Höchstens, ich werde wieder einmal gebraucht. Mir schwebt da so einiges vor, wie ich in die Schlagzeilen gelangen könnte. Z.B. “Paul Bögle rettet Eier vom Pleitegeier” oder “Unterschriftsreife Bankrotterklärung von Paul Bögle unterzeichnet“. Oder hatten wir das alles schon? Mit anderen Namen natürlich.    

Unbearbeitete Bildquelle: Grillsportverein         

Mein Rettungsversuch zur Sanierung der Bank darf hiermit als kläglich gescheitert angesehen werden.

Bildquelle: Nico Kaiser siriux.net

16.12.2010

MoF sucht Trostspender

Abgelegt unter: Frei-Zeit — Paul Boegle @ 21:56

In Gesellschaft saufen hat was!

Ich sage Ihnen jetzt rundheraus, wo mein Problem liegt. Ich bin ein sogenannter MoF. Sagt zumindest meine Tochter. Und da liegt sie möglicherweise nicht einmal so falsch. Sie wissen nicht, was ein MoF ist? Ganz einfach: Ein Mensch ohne Freunde. Ja, ich bin ein MoF und natürlich bin ich stolz darauf, stehe dazu und freue mich jden Tag aufs Neue über mein MoF-Dasein. Die eine oder der andere LeserIn wird sich insgeheim denken: “Bleibt ihm schließlich nichts anderes übrig. Recht geschieht ihm, diesem MoF!” Nun, die meiste Zeit zumindest erfreue ich mich an dieser Situation, da gebe ich Ihnen recht. Wissen Sie, so ein Mensch wie ich braucht keine Freunde, denn der genügt sich selbst, der hat sein Spiegelbild und dieses brüllt jeden Tag: “Willkommen in der Welt der Solotänzer. Und jetzt gehen wir einen heben! Nur ich und ich. Sozusagen auf Du und Du.” Ich darf Sie daran erinnern, dass ich Sie bereits vor mehr als einem Jahr schon einmal mit einer Kurzgeschichte zur zweigeteilten Problemstellung meines Innersten belästigt habe (Das Ego und Alter Ego des Paul Bögle).  

Unbearbeitete Bildquelle: Frau im SpiegelFrau im Spiegel: Spiegeltrinker unter sich.

Dann packe ich mein gläsernes Konterfei, löse zwei Fahrscheine, setze mich in die Schnellbahn und wir gehen saufen. Also, mein Spiegelbild und ich. Woher, glauben Sie eigentlich, kommt der Begriff “Spiegeltrinker“? Richtig, das sind Menschen, welche ihr eigenes Ich unter den Tisch saufen können. Sagenhaft, phänomenal, gigantisch, finden Sie nicht? Das Problem bei der ganzen Sache ist allerdings ein großes. Sie können nur solange mit sich selber saufen, bis Sie eben Ihr eigenes Spiegelbild nicht mehr erkennen können. Tatsächlich, das schöne Trinkgelage mit sich selbst hat spätestens dann ein Ende, wenn Ihr gläserner Blick so durchsichtig ist, dass Sie vor lauter Scherben nur noch die Welt in Trümmern liegen sehen. Und diese in den meisten Fällen sogar doppelt. Oder wenn es dementsprechend unter dem Tisch liegt, also Ihr Speigelbild. Paradox, nicht? Sie saufen sich selbst unter den Tisch. Und wenn Sie unten liegen, haben Sie niemanden mehr, der mit Ihnen säuft, obwohl Sie ja eigentlich schon im Koma liegen und der Meinung sind, dass ein Gläschen noch Platz hätte. Schade. Finde ich auch.

Aber diesem gravierenden Problem hat sich nun endlich jemand angenommen, sozusagen erbarmt. Wie wäre es, wenn Sie sich eine Trinkschwester oder einen Saufkumpan einfach mieten? Klasse. Finde ich auch. Stellen Sie sich das vor: Erst saufen Sie sich selbst unter den Tisch. Und wenn Sie unten liegen, dann stehen Sie auf, obwohl Sie eigentlich nicht mehr stehen können und liegen bleiben sollten und mieten sich einen, der mit Ihnen weitersäuft, obwohl Sie eigentlich gar nichts mehr vertragen. Sachen gibt´s, die sind so schön und abstrus, dass sie schon wieder zu mystischem Denken einladen.

Und so hat sich also eine findige Firma in der ukrainischen Stadt Dniprodserschynsk, sprechen Sie den Namen einmal nüchtern aus, gelingt Ihnen nie, darauf wette ich einen Liter Irgendwas mit wenigstens 40 Promille, darauf spezialisiert, diesem Bedürfnis nachzukommen. “Kind Fairy” heißt das Unternehmen, welches Ihnen kompetente LallpartnerInnen zur Seite stellt oder in weiterer Folge vielleicht sogar neben Sie legt. Getreu dem Motto: Zuviel Alkohol schadet Ihrer Gesundheit. Also lasst uns zu zweit saufen und die Leber lebt gesünder.

Die Idee wird von Julia Pejewa, der Donna Promilla der feuchtfröhlichen Angelegenheit, dann mit den folgenden markigen Worten angepriesen: “Es ist ein netter Gefährte, der einen langweiligen Abend aufheitern kann.” Doch wer glaubt, die weiblichen und männlichen GenossInnen könnten nur schwankenderweise Gesellschaft, Trost und Alkohol spenden, der irrt. “Sie können Gitarre spielen, singen oder Gedichte aufsagen.” Ja, ist denn das die Möglichkeit? Ich kann weder nüchtern Blockflöte spielen und außer “Alle meine Entchen” beschränkt sich mein Repertoire auf “Stille Nacht, heilige Nacht”, was sich zweifellos auch reimt. Und für 14 Euro Gebühr pro Abend und Begleiter bekomme ich einen kulturellen Kapazunder an die Hand, welcher mich einerseits königlich unterhält und andererseits auch bis zum vollendeten Exzess begleitet.

Und weil ich weiss, was meine LeserInnen von mir erwarten, hat sich “Freie Zeit“, der Blog für unbegrenzten Alkoholkonsum und gereimte Ungereimtheiten aufgemacht, Ihnen erste BewerberInnen vorzustellen, welche Ihnen möglicherweise bei Ihrem Ziel, die 3-Promille-Grenze ungestreift, aber wankend in möglichst kurzer Zeit zu erreichen, Hilfestellung leisten können. Selbstredend oder selbstlallend stehen InteressentInnen natürlich auch alle Wege und Kneipen offen, aus einem latenten Hobby ein Katie Price beim Bewerbungsgespräch bei Kind Fairy: Tolle Performancebodenständiges zweites Standbein zu machen. Wenn Ihre ArbeitgeberInnen Sie strafenden Blickes würdigen und maßregelnd zu Ihnen sagen ”Alkohol am Arbeitsplatz?”, können Sie freudestrahlend und guten Gewissens antworten “Heute schon genug, danke!”       

Bildquelle: Jolie.de 

Im Bild links sehen wir die Bewerberin Katie Price während ihres Bewerbungsgesprächs bei Kind Fairy. Julia Pejewa war von der jungen Dame über alle Maßen angetan und so begeistert, dass sie ihr einen 5,8-Promille Vertrag auf Lebenszeit anbot. Eventuelle InteressentInnen muss ich allerdings enttäuschen: Frau Price ist mit dem heutigen Tag an über Jahre bereits ausgenüchtert ausgebucht.

Im nächsten Bild sehen wir einen Herrn, welcher sich unter dem Namen Mel Gibson vorstellte. Zumindest geht dies aus seinen Bewerbungsunterlagen hervor. “Er hat ein riesiges Potential” sagte Frau Pejewa nach den ersten zwei Litern. Doch bedauernd fügte sie hinzu: “Aber leider entspricht er nicht ganz unseren Erwartungen. Er kann leider nicht singen oder Gitarre spielen. Wenn er zumindest schauspielern könnte, hätten wir großartige Einsatzbereiche. Was hätte aus diesem Talent alles werden können. So einen Trinker findet man nicht alle Tage. Da kommt so richtig Endzeitstimmung auf. Schade drum!”

Dieter Bohlen: Mensch ohne Freunde.Bildquelle: zanzaaMel Gibson bekommt keinen Job bei Kind Fairy: Das Talent fehlt ihm einfach. 

Zum dritten Bewerber fiel der Chefin nur ein Wort ein: “катастрофа“. Was das heißt? Schlicht und einfach “Desaster“. “So eine gottserbärmliche Performance hab ich noch nie gehört. Der hätte wirklich zum Saufen anfangen sollen. Jammerschade, was uns da entgangen ist.”

Und ich? Ich bin immer noch ein MoF.

      

 

15.12.2010

US-Luftwaffe schießt scharf

Abgelegt unter: Zeit-Geschichten — Paul Boegle @ 23:09

Der Spiegel, New York Times, Le Monde: ”Access denied

Die US-Luftwaffe hat nun im Alleingang (oder sollte es sich in diesem Falle sogar um einen Alleinflug, unbemannten Flug, Blindflug handeln?) beschlossen, ihre Mitarbeiter vor dem Lesen ungeliebter oder sogar gefährlicher Lektüre zu schützen. Nicht Al-Kaida oder Nordkorea wird nun von den hochrangigen Soldaten zum Feindbild hochstilisiert, sondern jene Medien, welche Wikileaks-Enthüllungen zu den unliebsamen US-Botschafterdepeschen abdruckten. Und unter jenen Online-Medien, welche nun für die Mitarbeiter in weite Ferne rücken, sind solch prominente Vertreter wie eben die New York Times, The Guardian, Der Spiegel, Le Monde, El Pais oder die Washington Post, um nur einige der insgesamt bisher 25 gesperrten Angebote anzuführen.

Wikileaks: US-Luftwaffe sperrt Zugang zu Medien für eigene Mitarbeiter.Doch nicht genug, dass die US Air Force ihren Angestellten dieses verbale und geschriebene Dynamit von Herrn Assange vorenthält, wird ihnen bei versuchtem Aufruf der genannten Online-Medien auch unmissverständlich mitgeteilt: “ACCESS DENIED. Internet Usage is Logged & Monitored.” Oder im schlichten Deutsch: “Zugriff verweigert. Der Internet-Zugriff wird aufgezeichnet und überwacht.” The Wall Street Journal: Air Force Blocks Media Sites

Unbearbeitete Bildquelle: tagesschau.de: Kein Zugriff bei der Air Force

Nun ja, Meinungsfreiheit besitzt viele Definitionen, Lesarten und Möglichkeiten der Auslegung und Darstellung oder in diesem Falle Nichtdarstellung. Im Falle der US-Luftwaffe bedeutet es eben schlicht und einfach, dass die Meinung der eigenen Mitarbeiter solange frei ist, solange sie der Meinung sind, dass sie keine Meinung haben dürfen, außer es handelt sich um die Meinung der Arbeitgeber. Und die scheint sich doch in sehr restriktiven Grenzen zu bewegen. Man könnte versucht sein, diese Art der Zensur in einem Land wie China zu vermuten. Aber in der grössten Demokratie der Welt? Aber andererseits sehen wir wieder einmal, welche Zwecke eine gut funktionierende Luftwaffe erfüllen kann. Ich glaube, Österreich braucht doch noch ein paar mehr Eurofighter.   

    

14.12.2010

Mona Lisa Geheimcode entschlüsselt

Abgelegt unter: Zeit-los — Paul Boegle @ 12:14

Leonardo da Vinci von “Freie Zeit“ enttarnt

Mona Lisa Geheimcode entschlüsselt: Ich bin ein Berliner.Was schon lange als Gerücht in der Kunstwelt und zahlreicher aufgestellter Verschwörungstheorien kursierte, könnte sich jetzt als absolute Sensation herausstellen: Der Geheimcode der Mona Lisa steht kurz vor der Entschlüsselung (siehe Geheimcode auf der Mona Lisa entdeckt). Experten bezeichnen die gefundenen Buchstaben und Zahlen als echten “da Vinci Code” und sehen in den mit freiem Auge nicht erkennbaren Zeichen jene rätselhafte Botschaft, welche uns Leonardo da Vinci vor 500 Jahren mitteilen wollte.

Der Präsident des “Italienischen Komitees für Kulturgüter”, Silvano Vinceti, ist sicher, dass es sich bei den nun gefundenen Zeichen weder um Verunreinigungen noch um Fälschungen handle, sondern um Symbole des Meisters selbst. Allerdings bleibe die Bedeutung offen, fügte er zähneknirschend hinzu.

Freie Zeit“, der antiquarische Blog für Kunstfälscher und solche, die es werden wollen, hat nun in einer aufsehenerregenden Recherche die Zeichen von da Vinci entschlüsselt. Nur mithilfe modernster Verfahren gelang es dabei Paul Bögle, dem Meister der Tarnung und Täuschung, das Gemälde der Mona Lisa auf Herz, Nieren und die Gallensteine von Tom Hanks zu prüfen und die Buchstaben und Zahlen aus ihrer Anonymität an das Licht der Wahrheit zu befördern. Seien Sie also Zeuge und erfahren Sie exklusiv auf “Freie Zeit“, was uns Leonardo da Vinci seit Hunderten von Jahren verzweifelt mitzuteilen versucht.

Die Sensation ist perfekt. Was John F. Kennedy 1963 sagte, stammt eigentlich aus der Feder Leonardo da Vincis. Die Fachwelt wird mir zu Füssen liegen, der Louvre wird mir auf Lebzeit freien Eintritt gewähren (meiner Familie natürlich auch), Dan Brown wird seine 84. Fortsetzung nur unter meinen Argusaugen schreiben, Deutschland wird mich zum Ehrenbürger Berlins ernennen und die USA werden mir sicherlich eine Green Card ausstellen.

Es ist schön, berühmt zu sein. Ach ja, sollte jemand noch irgendwo im Keller einen kleinen Van Gogh hängen haben oder vielleicht auch nur einen Caspar David Friedrich und darauf irgendwelche seltsamen Zeichen entdecken. Mit mir kann man über alles reden. Senden Sie mir Ihre dementsprechenden Wünsche zu und ich fälsche Ihnen sogar den Teufel zu einem der zwölf Apostel. Und wenn Ihnen das nicht genügt, nächstes Jahr bin ich in Rom. Auf einen Apostel mehr oder weniger wird es in der Sixtinischen Kapelle wohl auch nicht ankommen.  

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